Kooperation oder Konkurrenz?

Geschäftsmänner in Boxhandschuhen

Im Geschäftsleben zählt nicht nur die Schlagkraft. Wer auf Kooperation statt auf Konfrontation setzt, kann seine Marktchancen verbessern. (Foto: © Ljupco Smokovski / Shutterstock.com)

Ist Konkurrenz gewinnbringender als eine kooperative Partnerschaft? Für viele liegt die Antwort klar auf der Hand, und viele Unternehmen suchen geradezu die Auseinandersetzung mit Wettbewerbern. Es gilt das Motto, dass derjenige überlebt, der sich durchsetzt. Sie orientieren sich damit zu sehr am Wettbewerb, und das führt zur Bindung von Ressourcen, die eigentlich in partnerschaftliche Kooperationen investiert werden sollten.

Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass unsere Stärken in der Bildung von Kooperationen liegen und unser Gehirn Kooperationsbereitschaft sehr gut aufnehmen kann. Deshalb gilt es, im Wettbewerb mit anderen Markteilnehmern nach solchen Möglichkeiten Ausschau zu halten. Für Ökonomen der alten Schule ist dies eine unbequeme Forderung. Deren traditionelles Bild zeigt den „Homo oeconomicus“, den harten Egoisten, der mit klarem Kopf seine Ergebnisse maximiert. Konkurrenz und nicht Kooperation halte die Wirtschaft am Laufen und schaffe Innovationskraft. Für Kooperation ist in dieser Philosophie maximal Platz, wenn man damit einen vermeintlichen eigenen Vorteil hat. Dabei wäre es einmal interessant, eine Art Bilanz der verbrauchten Energie im Konkurrenzkampf zu erstellen.

Vertrauen und Beziehungsaufbau

Geschäftspartner ohne Vertrauen

Wer sich misstraut, kann auf Dauer nicht erfolgreich zusammenarbeiten. Basis für eine partnerschaftliche Kooperation sind Empathie und eine klare Kommunikation. (Foto: © Antonioguillem / Fotolia.com)

In einer vertrauensvollen Atmosphäre können sich Kooperationen besser und für alle Beteiligten nutzbringend entwickeln. Ist Misstrauen vorhanden, gibt es weniger Ansätze zu kooperativem Miteinander. Will man neue Geschäftspartner bzw. Kunden gewinnen, ist das Prinzip der Kooperation von großem Vorteil. Ein kooperatives Miteinander bedeutet, dass man den anderen Menschen nach seinen Möglichkeiten so leben lässt, wie er es für richtig hält. Seine Schwächen sind meine Chancen. Um Stärken und Schwächen des potenziellen Partners/Kunden herauszuarbeiten, braucht man Empathie. Man muss in der Lage sein, den Herzschlag des Partners/Kunden zu erspüren. Nur wer dem potentiellen Kooperationspartner ein Nutzennetz bietet, wird zu gewinnbringender Kooperation gelangen. Die Ziele des Partners müssen herausgearbeitet und in die eigene Planung integriert werden.

Wenn man Interesse an den Aufgabenstellungen und Zielen des Partners/Kunden bekundet, kann sich eine Beziehung entwickeln. Um dies für alle gewinnbringend zu gestalten, muss eine verständliche Kommunikation gefunden werden. Für einen Dialog braucht es immer zwei Menschen. Damit ergibt es sich, dass es einen Sender und einen Empfänger gibt. Derjenige, der akquiriert bzw. eine geschäftliche Kooperation sucht, muss sich bewusst sein, dass er der Sender ist. Er ist verantwortlich dafür, dass der Empfänger seine Botschaften so interpretiert, dass es der partnerschaftlichen Zusammenarbeit dienlich ist. Kooperationsbereitschaft und die Fähigkeit zu zielführendem Dialog sind eine gute Voraussetzung für ein partnerschaftliches Miteinander.

Aber Vorsicht: Gemeinsame Ziele sind nicht einfach die Schnittmenge individueller Ziele. Der eine Partner braucht immer etwas (ungeplant) ganz schnell, und der andere möchte eine gleichmäßige Auslastung seines Equipments erreichen. Das sind genau die Dinge, die nur über einen Beziehungsaufbau bzw. den Dialog zu lösen sind. Empathie – Kommunikation – Kooperation: In diesem Dreieck agieren Menschen, und das ist der Kern jeder Kooperationsbeziehung.

 

Kooperation statt Wettbewerb

Geschäftspartner mit Puzzleteilen

Kooperation birgt Potenzial für Synergien und Innovationen. Die Suche nach gegenseitiger Ergänzung ist oft sinnvoller als ein ruinöser Wettbewerb. (Foto: © VadimGuzhva / Fotolia.com)

Im Hinblick auf eine Verbesserung der eigenen Marktposition ist die Suche nach einer Kooperation sinnvoller als ein ruinöser Wettbewerb mit Konkurrenten. Es klingt zunächst ein wenig hypothetisch, zu behaupten, dass die Energie für ein kooperatives Miteinander leichter aufzubringen ist als für einen Konkurrenzkampf. Sicher ist aber, dass positive Energie schneller fließt und dazu noch Innovationsfähigkeiten freisetzt. Es gilt also, ergänzende Kooperationspartner zu finden und eine Symbiose zu bilden. Zum Erreichen einer Symbiose bedarf es der Fähigkeit, zielführende Dialoge gestalten zu können.
Kooperation braucht Beziehung, aber nicht jede Beziehung taugt als Fundament für eine Kooperation. Manchmal kostet es etwas Disziplin, den abstrakten, aber gemeinsamen Willen zur Zusammenarbeit in konkretes Handeln umzusetzen. Die Wertevorstellungen müssen sich auf gleicher Ebene bewegen, um zu einer Vertrauensbasis zu kommen. Wenn beide eingefleischte „Einzelgänger“ sind, wird es selten zu tragfähigen Konstruktionen kommen.

Gemeinsames Handeln bringt mehr Überlebenschancen als singuläres Arbeiten. Die Autohersteller machen es seit Jahren schon vor. Man glaubt es kaum, aber selbst bei Mercedes-Benz werden Motoren von Renault eingesetzt. Die Bodengruppe des Ford Kuga ist die gleiche wie beim Volvo XC 60 usw. Fazit: Wer alleine arbeitet, addiert. Wer zusammenarbeitet, multipliziert!