Global Trends Report: Erste Resultate

Farbstifte mit personalisierter Verpackung

Die Druckbranche investiert in die Zukunft. Besonders beim Akzidenzdruck und beim Verpackungsdruck legen digitale Anwendungen kräftig zu. (Foto: © Messe Düsseldorf / ctillmann)

Die internationale Druckbranche zeigt sich gut erholt von der Wirtschaftskrise 2007/2008 und stellt sich den Herausforderungen der strategischen Verschiebung zur digitalen Kommunikation. Das untermauert der 4. Global Trends Report mit genauen Zahlen und Fakten. Der Report, der in Kürze vollständig veröffentlicht wird, basiert auf einer Umfrage unter rund 850 Druckdienstleistern und über 300 Zulieferbetrieben aus allen Regionen und Märkten, die Printfuture im Auftrag der Messe Düsseldorf durchgeführt hat.

„Alle Druckdienstleister wissen unabhängig vom Marktsegment oder der Region, in der sie tätig sind, dass sie sich kontinuierlich an die stetig wechselnden Markt- und Wirtschaftsbedingungen anpassen müssen, wollen sie langfristig erfolgreich sein“, sagt Sabine Geldermann, Director drupa Messe Düsseldorf. „Das verlangt schonungslose Effizienz- und Automatisierungsschritte und gleichzeitig den Erwerb neuer Qualifikationen sowie neue Dienstleistungen. Erfreulicherweise kann man trotzdem feststellen, dass Druck wieder auf der Gewinnerspur ist.“

Druckdienstleister und Zulieferer blicken optimistisch in die Zukunft

Über eine Viertelmillion Besucher kamen 2016 auf die drupa – 54 Prozent davon mit konkreten Investitionsabsichten. Das macht das positive Geschäftsklima der Druckbranche deutlich. (Foto: © Messe Düsseldorf / ctillmann)

Weltweit bezeichnen 42 Prozent der Druckbetriebe ihre Geschäfte im Jahr 2016 als wirtschaftlich „gut”, nur 11 Prozent bewerten sie als „schlecht“ – das entspricht einem Nettowert von +31 Prozent. Das ist der höchste Wert, der jemals im Verlauf der mehrjährigen Befragungen erreicht wurde. Die Progonose für 2017 ist mit +46 Prozent sogar noch positiver.

Allerdings nehmen die Abweichungen zwischen Märkten und Regionen zu: Der Verpackungsdruck mit einem Nettowert von +39 Prozent und der Funktionsdruck (industrielle/dekorative Bedruckungen) mit +34 Prozent sind die erfolgreichsten Segmente, während der Akzidenzmarkt mit +26 Prozent und Publishing mit +23 Prozent hinterherhinken. Nordamerika ist wieder die stärkste Region mit einer Nettobilanz von +49 Prozent, gefolgt von Europa und Australien/Ozeanien mit +33 Prozent, Zentral-/Süd-Amerika mit +29 Prozent, Asien mit +20 Prozent und dem Nahen Osten mit +19 Prozent. Der afrikanische Kontinent weist mit -3 Prozent die erste negative Nettobilanz in der Report-Serie auf. Bei vielen Kennwerten verzeichnete der Nahe Osten sehr schlechte Zahlen, während Afrika sowie Zentral- und Süd-Amerika von instabilen Bedingungen berichteten.

In Bezug auf die finanziellen Eckdaten berichten die Druckdienstleister von regelmäßig weiter sinkenden Preisen und immer kleineren Margen. Diese werden durch gestiegene Umsätze und auch dank höherer Kapazitätsauslastung kompensiert. Beim konventionellen Druck setzt sich der bekannte Trend zu immer kleineren Auflagen und kürzeren Vorlaufzeiten bei gleichzeitig einer höheren Anzahl von Druckaufträgen durch.

Inkjet dominiert den Digitaldruck, Verpackungsdruck legt kräftig zu

Die Druckbranche investiert in die Zukunft. Besonders beim Akzidenzdruck und beim Verpackungsdruck legen digitale Anwendungen kräftig zu. (Foto: © Messe Düsseldorf / ctillmann)

Anders als in den Vorjahren legt das historische Wachstum des Digitaldrucks eine Pause ein: 28 Prozent der Druckdienstleister berichteten 2015, dass mehr als ein Viertel ihrer Umsätze digital seien, während 2016 die Zahl bei 27 Prozent lag, also ein leichter Rückgang um einen Prozentpunkt. Trotzdem bestimmt der Digitaldruck den Funktionsdruck zunehmend – wobei Inkjet bei den meisten Anwendungen als Technik dominiert, und zwar mit einem Anstieg von 61 Prozent (2014) auf 74 Prozent (2016). Digitaldruck legt ähnlich schnell im Akzidenzdruck bzw. Großformatdruck zu – von 37 Prozent (2013) auf 50 Prozent im vergangenen Jahr. Auch der viel beschworene Aufstieg digital gedruckter Verpackungen hat begonnen. So boten im vergangenen Jahr 34 Prozent der Verpackungsdrucker Digitaldruck an – gegenüber 24 Prozent im Jahre 2014.

Noch auffälliger ist der weltweit deutliche Rückgang bei Web-to-Print-Anlagen von 26 Prozent (2015) auf 23 Prozent (2016). Dabei sind die Zahlen nicht überall rückläufig. In Asien sind sie beispielsweise gestiegen. Aber andere Regionen wie Nordamerika und Australien/Ozeanien verzeichneten drastische Rückgänge.

Steigende Investitionen in allen Segmenten

Seit 2014 veröffentlich die Drupa jährlich den Global Trends Report, für den mehr als 1000 Druckdienstleister und Zulieferer befragt werden. (Bild: © Messe Düsseldorf / drupa)

Ein Blick auf die Investitionspläne offenbarte, dass 42 Prozent der Betriebe über die letzen 12 Monate mehr und nur 11 Prozent weniger investiert hatten, was einer Nettobilanz von +31 Prozent entspricht. Für 2017 sind +41 Prozent Investitionen geplant. Diese erfreuliche Nachricht betraf die meisten Regionen – mit Ausnahme des Nahen Ostens, wo ein Negativrekord innerhalb der Reportreihe mit nur +5 Prozent für 2016 aufgestellt wurde. Zum ersten Mal rangiert der Bereich Druckweiterverarbeitung weltweit an erster Stelle, gefolgt von neuer Drucktechnologie und von PrePress/Workflow/MIS – was zeigt, dass die Automatisierung ernst genommen wird.

Bei den geplanten Investitionen in Drucktechnologie hat Bogen-Offset weltweit die Nase vorn, gefolgt von tonerbasierten Digitalfarbdruckern. Eine weitere Premiere für die Report-Serie war, dass alle vier Marktsegmente andere Investitions-Prioritäten in die Drucktechnologie setzten: Akzidenz – tonerbasierte Digitalfarbdrucker; Publishing – Bogenoffset; Verpackungs-, Flexo- und Funktionsdruck – digitale Inkjet-Rollenfarbdrucker.