HP Indigo: Digitaler Offsetdruck

Indigo-Vollfarbdrucker – hier ein Einzelblattsystem der 7000er-Serie – sind perfekt für den variablen Illustrationsdruck. (© HP Deutschland)

Indigo-Vollfarbdrucker – hier ein Einzelblattsystem der 7000er-Serie – sind perfekt für den variablen Illustrationsdruck. (© HP Deutschland)

Was Qualität und Einsatzspektrum verschiedener Druckverfahren angeht, galt lange eine eiserne Regel: Digitaldruck ist zwar flexibel und vor allem im Transaktionsdruck alternativlos, kann aber bei der Qualität – besonders im Vollfarbdruck – dem Offsetdruck nicht das Wasser reichen. Das änderte sich 1993, als die Firma Indigo mit der E-Print 1000 das erste Vollfarb-Digitaldrucksystem mit Flüssigtoner auf den Markt brachte. Das auch als „ElectroInk“ bezeichnete Verfahren verband die bis dahin getrennten Welten des Digitaldrucks – Toner und Inkjet – auf wundervolle Weise zu einem überzeugenden Ergebnis mit offsetnaher Druckqualität. Hewlett Packard (HP), einer der größten PC- und Druckerhersteller der Welt, hat Indigo im Jahr 2002 übernommen und die Technologie seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Das Indigo-Verfahren ist die technologische Basis nicht nur für Einzelblattdrucker wie HP Indigo 5000/7000, sondern wird inzwischen auch in Endlosdrucksystemen eingesetzt.

So funktioniert die Indigo-Technologie

Die herausragende Druckqualität der HP Indigo wird durch die proprietäre, flüssigkeitsbasierte elektrofotografische LEP-Technologie erreicht. Dabei werden elektrisch aufgeladene Flüssigtinten in nur einem Druckwerk mithilfe eines Thermo-Drucktuchs getrocknet und auf das Substrat aufgebracht. Die drei Kerntechnologien des Verfahrens sind ElectroInk, Thermo-Offset und Farbumschaltung.

ElectroInk

In einer nichtleitenden Trägerflüssigkeit (sogenanntes Imaging Oil) sind elektrisch aufgeladene Pigmente gelöst. Auf diese Weise lassen sich 1 bis 2 Mikrometer kleine Partikel mithilfe kontrollierter elektrischer Felder präzise auf das Substrat aufbringen. Das Ergebnis sind gestochen scharfe Bilder mit hoher Auflösung und gleichmäßigem Glanz – ähnlich wie im Offsetdruck. ElectroInk wird in den Standardprozessfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz sowie in Zusatzfarben angeboten.

Thermo-Offset

Die wichtigsten Komponenten des Druckwerks einer HP Indigo sind der Fotobelichtungszylinder (1), der Gummituchzylinder (2) und der Gegendruckzylinder (3). Darunter befinden sich die Kartuschen mit der ElectroInk-Paste (4). (© HP Deutschland)

Die wichtigsten Komponenten des Druckwerks einer HP Indigo sind der Fotobelichtungszylinder (1), der Gummituchzylinder (2) und der Gegendruckzylinder (3). Darunter befinden sich die Kartuschen mit der ElectroInk-Paste (4). (© HP Deutschland)

Wie beim Offsetlithografiedruck wird die Tinte von der Fotoleitertrommel über ein Gummidrucktuch auf das Papier übertragen. Die Gummioberfläche wird auf über 100 Grad erhitzt, so dass die in der Trägerflüssigkeit enthaltenen Farbpigmente schmelzen und eine dünne Schicht bilden. Beim Kontakt mit dem Papier verfestigt sich diese Farbschicht und bleibt fest am Substrat haften. Der Trocknungsvorgang strapaziert das Substrat nicht, sodass der Einsatz einer breiten Palette an Druckmedien möglich ist. Weiterer Vorteil gegenüber klassischem Offsetdruck und Xerografie: Wenn das Papier das Drucksystem verlässt, ist es weitgehend trocken und nicht elektrostatisch aufgeladen und kann deshalb sofort weiterverarbeitet werden.

Farbumschaltung

Ein zentrales System führt sämtliche Farbseparationen aus – das heißt, alle Farbauszüge werden mit einer einzigen Walze gedruckt. Im Gegensatz zum Offsetdruckverfahren können so variable Druckbilder in einem Durchlauf erzeugt werden. Möglich wird dies dadurch, ein Farbauszug vollständig auf das Substrat übertragen wird, ohne dass Reste auf dem Gummituch verbleiben.

Qualität und Flexibilität unschlagbar

Fotokalender und Fotobücher sind typische Produkte der HP Indigo. (© K.-U. Häßler / Fotolia.com)

Fotokalender und Fotobücher sind typische Produkte der HP Indigo. (© K.-U. Häßler / Fotolia.com)

Das Indigo-Verfahren von HP ist die einzige Technologie für den variablen Datendruck, die mit der Qualität von konventionellem Offsetlithografie- oder Flexodruck Schritt halten kann oder diese sogar übertrifft. Damit sind Indigo-Vollfarbdrucksysteme die ideale Basis für Akzidenz- und Illustrationsdrucke (Imagebroschüren, Kalender, Direktwerbung), für Fotodrucke (Fotobücher, Poster, Abzüge, Karten, Kalender, Geschenkartikel) und für den Verlagsdruck (repräsentative Bildbände, Fachzeitschriften mit feinen Details, Lehrbücher mit hoher Farbbelegung, Einbände für Publikationen aller Art). Auch die Digital Print Group setzt seit vielen Jahren auf die HP-Indigo-Technologie und überzeugt Kunden aus der Industrie, der Verlagsbranche und der Kommunikationsbranche mit hochwertigen Produkten des variablen Illustrationsdrucks.