Digitaldruck – Technologie, Entwicklung und Anwendungsfelder

Display an einem Digitaldrucksystem für das bequeme Druckdaten-Management (Foto: © zefart / Shutterstock.com)

Display an einem Digitaldrucksystem für das bequeme Druckdaten-Management (Foto: © zefart / Shutterstock.com)

„Digitaldruck“ ist ein Sammelbegriff für alle Druckverfahren, die ohne feste Druckform auskommen. Das heißt, die Daten werden direkt vom Computer zur Druckmaschine gesandt und dort verarbeitet. Jeder Arbeitsplatzdrucker funktioniert so, egal ob er mit Toner oder Tinte druckt. Die Vorteile dieses Verfahrens sind allgemein bekannt: Dokumente und Ausdrucke lassen sich schnell korrigieren und ändern. Alles, was auf dem Bildschirm zu sehen ist, liegt wenige Sekunden später auch auf Papier vor. Das ist der gängige Standard, seit dem es PCs gibt.

Vom Grundprinzip sind Kartoffeldruck und Offsetdruck ähnlich – beide Verfahren nutzen eine nichtvariable Vorlage für die Reproduktion. (Foto: © emmi / Fotolia.com)

Vom Grundprinzip sind Kartoffeldruck und Offsetdruck ähnlich – beide Verfahren nutzen eine nichtvariable Vorlage für die Reproduktion. (Foto: © emmi / Fotolia.com)

Diese Erfahrungen aus Büroumgebungen mögen auch der Grund dafür sein, dass kaum jemand den Digitaldruck mit Produktionsformen in industriellem Maßstab in Verbindung bringt. Hinzu kommt, dass Arbeitsplatzdrucker zumindest am Anfang ihrer Entwicklung sehr langsam waren und auch die Qualität nicht immer überzeugen konnte. Jedenfalls nicht im Vergleich zu den massenhaft hergestellten Zeitschriften, Magazinen und Büchern, die uns tagtäglich begegnen. Denn die sind fast ausnahmslos mit Verfahren produziert, die auf festen Druckformen basieren. Diese traditionelle Technik ist schon ein paar hundert Jahre alt, wurde im Laufe der Zeit immer wieder verbessert und kann heute als ausgereift gelten. Moderne Offset- und Tiefdruckmaschinen sind extrem schnell, kostengünstig und sie liefern brillante Ergebnisse.

Die technische Entwicklung im Digitaldruck

Wenn die traditionellen Druckverfahren in puncto Geschwindigkeit und Qualität kaum noch Wünsche offenlassen, wo kann sich dann der Digitaldruck positionieren? Wo kann er seine Stärken ausspielen und wo ist er sogar unverzichtbar? Zunächst einmal muss man sich klarmachen, dass die technische Entwicklung des Digitaldrucks in den letzten 20 Jahren spektakuläre Fortschritte gemacht hat. So haben moderne Inkjet-Rollensystem beispielsweise einen Output von über 100.000 DIN-A4-Seiten in der Stunde – in Vollfarbe wohlgemerkt. Und auch was die Qualität betrifft, ist die digitale Drucktechnik inzwischen auf Augenhöhe mit klassischen Verfahren, ja übertrifft sie manchmal sogar noch. Das heißt, die Vorstellungen die dem Digitaldruck häufig noch anhaften, entsprechen schon lange nicht mehr der Realität. Digitaldruckmaschinen sind heute hocheffiziente Produktionssysteme, deren Leistungsfähigkeit für immer mehr Anwendungen und Märkte interessant wird.

Das kann nur der Digitaldruck

Ob Arbeitsplatzdrucker oder Produktionssystem: Beim Digitaldruck werden elektronische Daten vom Rechner direkt an das Drucksystem gesendet. (Foto: © DigitalGenetics / Fotolia.com)

Ob Arbeitsplatzdrucker oder Produktionssystem: Beim Digitaldruck werden elektronische Daten vom Rechner direkt an das Drucksystem gesendet. (Foto: © DigitalGenetics / Fotolia.com)

Der Digitaldruck hat sich also einerseits durch die technische Entwicklung immens verändert, andererseits ist aber eines ganz beim Alten geblieben: Digitale Drucksysteme werden immer noch direkt vom Computer aus mit Daten versorgt – ohne Umwege über unveränderbare Druckplatten oder Druckzylinder. Das heißt, was die Flexibilität betrifft, ist der Digitaldruck unschlagbar. So werden beispielsweise nahezu alle Arten von Transaktionsdokumenten wie Kontoauszüge, Telefonrechnungen oder Lieferscheine direkt aus Datenbanken generiert, wobei inzwischen variable Daten mit statischen Daten nahezu beliebig kombiniert und zu komplexen Druckprodukten zusammengefügt werden können. Bilder, Zeichnungen und Diagramme werden dabei ebenso variabel in das Dokument eingepasst wie Adressdaten oder die persönliche Anrede des Kunden.

Bekannte und neue Anwendungsfelder des Digitaldrucks

Individualisierte Kataloge und Books on demand sind typische Anwendungsfelder des digitalen Vollfarb-Hochleistungsdrucks (Foto: © BillionPhotos.com / Fotolia.com)

Individualisierte Kataloge und Books on demand sind typische Anwendungsfelder des digitalen Vollfarb-Hochleistungsdrucks (Foto: © BillionPhotos.com / Fotolia.com)

Neben Transaktionsdokumenten sind heute vor allem personalisierte Mailings, individualisierte Kataloge und Books on demand ein großes Anwendungsgebiet für den digitalen Produktionsdruck. Aber die technische Entwicklung hat beispielsweise auch dazu geführt, dass inzwischen immer mehr technische Dokumentationen digital gedruckt werden. Die neuen Inkjet-Rollensysteme sind schnell genug, um Dokumentationen produktionsbegleitend drucken, weiterverarbeiten und konfektionieren zu können. Und ihre Produktivität eröffnet Möglichkeiten, an die früher niemand gedacht hätte – etwa den Druck einer tausendseitigen technischen Dokumentation in Vollfarbe. So etwas gab es bislang nicht, einfach deshalb, weil sich der Druck nicht gelohnt hätte. Heute ist es möglich, auch sehr umfangreiche Dokumente, die vollständig aus variablen Daten bestehen, in kleiner Auflage zu drucken. Das heißt, für den Druck von technischen Dokumentationen gibt es fast keine Einschränkungen mehr. Sie können jederzeit aktualisiert werden, denn man muss keine große Stückzahl mehr drucken. Jedes einzelne Produkt kann mit einer speziellen Dokumentation ausgestattet werden, egal wie umfangreich sie ist. Und: Es müssen immer nur so viele Dokumente produziert werden, wie tatsächlich gebraucht werden.

Moderne Digitaldruck-Produktionssysteme sind wahre Giganten: Die Océ ColorStream 3500, ein Vollfarb-Inkjetsystem, druckt bis zu 60.000 Seiten in der Stunde. (Foto: © Canon / Océ)

Moderne Digitaldruck-Produktionssysteme sind wahre Giganten: Die Océ ColorStream 3500, ein Vollfarb-Inkjetsystem, druckt bis zu 60.000 Seiten in der Stunde. (Foto: © Canon / Océ)

Das Inkjet-Rollensystem der Digital Print Group

Die Basis für den effizienten Druck umfangreicher Dokumente aus variablen Daten im Hause der Digital Print Group ist das Vollfarb-Inkjet-Rollensystem Océ Color Stream 3500. Die Maschine hat eine Druckbreite von 52 cm, kann Papier von 60 bis 160 g/m² verarbeiten und druckt über 1000 Din-A4-Seiten pro Minute – wobei das Format nicht auf Din A4 beschränkt, sondern innerhalb der Druckbreite von 52 cm variabel ist.