Bücher binden – was in der digitalen Buchproduktion möglich ist

Auch im Digitaldruck sind hochwertige Bindetchniken möglich. Foto: hxdbzxy / Shutterstock.com

Auch im Digitaldruck sind hochwertige Bindetchniken möglich. Foto: hxdbzxy / Shutterstock.com


Bei der Begegnung mit anderen Menschen entscheidet häufig der erste Eindruck über den weiteren Verlauf der Beziehung. Bei der Begegnung mit Büchern ist das nicht viel anders. Auch hier urteilen wir zunächst nach dem Äußeren: Wir schauen uns Bindung und Umschlag genau an und entscheiden dann, ob es sich lohnt, das Buch auch aufzuschlagen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass das Äußere dem Inhalt angemessen ist, nichts Falsches verspricht, aber auch nicht zu bescheiden auftritt.

Softcover – preiswert und haltbar

Softcover-Bücher mit farbigem Einband

Leistungsfähige Kleber machen broschierte Bücher lange haltbar. (Foto: © david_franklin / Fotolia.com)

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, einen Buchblock zu binden: mit flexiblem Einband oder mit festem Einband. Ein flexibler Einband wird auch als Broschur oder Softcover bezeichnet und ist bei preiswerten Taschenbüchern üblich. Allerdings gibt es auch aufwändige und hochwertige Broschuren wie beispielsweise die Englische Broschur oder die Schweizer Broschur. Bei der Englischen Broschur wird um den unbedruckten flexiblen Umschlag ein bedruckter Schutzumschlag gelegt. Bei der Schweizer Broschur wird der Buchrücken mit einem Gewebeband beklebt und der Umschlag lediglich an der letzten Seite des Buchblocks befestigt. Dadurch ist der Buchrücken sehr flexibel und frei beweglich. Bücher mit Schweizer Broschur lassen sich deshalb ganz einfach aufgeschlagen hinlegen ohne wieder zusammenzuklappen. Früher hatten broschierte Bücher eher den Ruf, billig und kurzlebig zu sein, denn der Klebstoff war meist nicht alterungsbeständig. Inzwischen stehen dem Buchbinder aber moderne und leistungsfähige PUR- und Hotmelt-Kleber zur Verfügung. Sie bleiben sehr lange Zeit elastisch und sind so flexibel, dass sich die Bücher gut aufschlagen lassen, ohne im Rücken auseinanderzubrechen.

Hardcover – stabil und edel

Hardcover-Bücher sind hochwertig und meist mit einem Schutzumschlag versehen. (Foto: © monticellllo / Fotolia.com)

Hardcover-Bücher sind hochwertig und meist mit einem Schutzumschlag versehen. (Foto: © monticellllo / Fotolia.com)

Bücher mit festem Pappeinband, häufig auch als Hardcover bezeichnet, gelten als hochwertiger und noch haltbarer als broschierte Bücher. Aber hier gibt es ebenso erhebliche Qualitätsunterschiede, die sich nicht zuletzt im Preis niederschlagen.
Auch Bücher mit festem Einband sind häufig ebenso am Rücken des Buchblocks verklebt wie Broschuren.
Der Pappeinband wird dann um den fertig verleimten Buchblock gelegt und an der ersten und letzten Seite des Buchblocks befestigt. Durch diesen Einband wird das Buch stabiler und behält auch nach häufiger Benutzung seine Form.

Noch hochwertiger und langlebiger ist allerdings die traditionelle Fadenheftung. Hierbei werden die einzelnen Falzbögen am Buchrücken mit Fäden verbunden und anschließend verleimt. Diese Methode hat noch einen weiteren Vorteil: Die Planlage der aufgeschlagenen Bücher ist perfekt. Man muss sie also nicht aufbiegen oder die Seiten festhalten, damit sie nicht wieder zuklappen.

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Fadenheftung – auch im Digitaldruck

Buchstapel

Fadengeheftete Bücher – hier mit Leseband – sind besonders hochwertig. (Foto: © Martin Jakubowski / Fotolia.com)

Allerdings war Fadenheftung für kleine und mittlere Auflagen bis vor kurzem eher unüblich, denn die entsprechende Fertigungstechnik steht in der Regel in Großbuchbindereien, für die sich Auflagen von 1 bis 500 kaum lohnen. Doch auch in der Weiterverarbeitung wird die Technik mehr und mehr an die Besonderheiten des Digitaldrucks angepasst. Heute gibt es Bindemaschinen, die speziell dafür ausgelegt sind, Kleinauflagen fadenzuheften. Die Universe-Fadenheftmaschine der Digital Print Group beispielsweise kann Druckbögen aus der Offsetproduktion und Bögen aus Digitaldruckmaschinen zusammen binden. Das heißt: Hier lassen sich die Vorteile beider Technologien – hohe Auflagen und die Verarbeitung variabler Daten – zu einem hochwertigen Produkt verarbeiten.