Digital Print Group und Deutscher Drucker individualisieren Magazin

Geoindividualisierung: Je nach Region des Abonnenten wurde eines von sieben Anzeigenmotiven für die PSO-Kampagne des BDVM und der Fogra eingesetzt. (Bild: © Deutscher Drucker)

Geoindividualisierung: Je nach Region des Abonnenten wurde eines von sieben Anzeigenmotiven für die PSO-Kampagne des BDVM und der Fogra eingesetzt. (Bild: © Deutscher Drucker)

Während der digitale Vollfarbdruck im One-to-One-Marketing, im Web-to-Print und bei der Großformatwerbung beeindruckende Zuwächse hinlegt, kommt er bei klassischen Verlagsprodukten wie Zeitungen und Zeitschriften nur langsam in Fahrt. Ein Grund für die Digital Print Group und den Deutschen Drucker, zum zweiten Mal nach 2014 eine vollpersonalisierte Ausgabe des führenden Fachmagazins für die deutsche Druck- und Medienindustrie zu produzieren. Und zu zeigen, dass Individualisierung einer Zeitschrift mehr ist als die eingedruckte Adresse des Empfängers und die persönliche Anrede im Editorial.

Individuelle Printprodukte sind nachhaltiger

Auf zur Drupa: Die Karikatur auf Seite 4 wurde personalisiert. (Bild: © Deutscher Drucker)

Auf zur Drupa: Die Karikatur auf Seite 4 wurde personalisiert. (Bild: © Deutscher Drucker)

Was schnell ins Auge fällt: Alle Seiten des Fachmagazins sind im Footer personalisiert. Darüber hinaus hat sich die Redaktion einige interessante Individualisierungen einfallen lassen, etwa die Verknüpfung des Ortsnamens mit der Headline des Editorials: „Von Stuttgart auf den roten Teppich“ heißt es da in Anspielung auf die Verleihung der diesjährigen Druck&Medien-Awards – vorausgesetzt natürlich, der Abonnent ist in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs ansässig.

Dass Individualisierungen auch in Grafiken möglich sind, zeigt die Zeitschrift in der Karikatur auf Seite 4: Der Bus, der zur Drupa nach Düsseldorf fährt, ist mit dem Namen des abonnierenden Unternehmens bzw. Lesers beschriftet. „Gerade im täglichen Overkill an Text- und Bildinformationen ist eine spezielle Zuwendung hin zum Empfänger ein probates Mittel, um sich und seinen Botschaften Gehör zu verschaffen. Individuelle Printprodukte sind nachhaltiger“, sagt Bernhard Niemela, Chefredakteur des Deutschen Druckers.

Individualisierung in Anzeigen nutzen

So sieht die Titelseite mit personalisierter Anzeige aus. (Bild: © Deutscher Drucker)

So sieht die Titelseite mit personalisierter Anzeige aus. (Bild: © Deutscher Drucker)

Die Möglichkeit der Personalisierung und Individualisierung bei digital gedruckten Zeitschriften beschränkt sich jedoch keineswegs auf redaktionelle Inhalte. Gerade für Anzeigenkunden kann diese Option gewinnbringend sein und neue Akzente in der Kundenkommunikation setzen. So wirbt der Papierhersteller Koehler auf der Titelseite mit direkter Ansprache für das Digitaldruckpapier ICEWHITE IQ: „Hallo Herr >Name<, kleine Erfrischung gefällig?“ Eine andere Form der Anzeigenpersonalisierung nutzen der Bundesverband Druck und Medien und die Fogra für eine gemeinsame Kampagne: Auf sieben verschiedenen Motiven outen sich Druckunternehmer als Fans der PSO-Zertifizierung – selbstverständlich abgestimmt auf die regionale Nähe zum Abonnenten. „Das ist Geoindividualisierung in Reinkultur“, sagt Bernhard Niemela. „Dabei muss man sich im Klaren sein, dass im Vorfeld der Produktion eine Menge Kreativität und eine gute Planung notwendig ist – sowohl in der Redaktion wie auch bei den Anzeigenkunden und nicht zuletzt bei der Druckerei.“

Akribische Programmierung für automatisierten Workflow

Wie bereits in 2014 wurde die individualisierte Ausgabe des Deutschen Druckers in Zusammenarbeit mit der Digital Print Group sowie den Partnern Canon und den Papierherstellern Crown van Geldern und Koehler produziert. Vor der eigentlichen Produktion mussten alle zu individualisierenden Elemente sowie deren genaue Platzierung auf der jeweiligen Seite bestimmt werden. Danach wurde zu jedem Personalisierungselement eine Logik programmiert, die festlegte, mit welchen Inhalten – Texten oder Bildern – das entsprechende Feld automatisch gefüllt werden soll. Nur so war eine automatisierte Produktion im Druckworkflow möglich.

Der Druck der Titelseite erfolgte durch eine HP Indigo 7000 auf ICEWHITE IQ von Koehler. Die Inhaltsseiten wurden auf Bright Silk von Crown van Geldern (CVG) gedruckt, und zwar mit dem Rollen-Inkjetdrucksystem Océ Colorstream 3500 von Canon. „Dank Highspeed-Inkjetdruck sind wir in der Lage, auch höhere Auflagen von Magazinen, Broschüren oder Katalogen wirtschaftlich zu produzieren“, erklärt Oliver Schimek, Geschäftsführer der Digital Print Group. „Mit der individualisierten Ausgabe des Deutschen Druckers wollen wir Verlagen und deren Anzeigenkunden zeigen, was im Vollfarb-Digitaldruck möglich ist und wie sich diese Technologie für kreative Kundenkommunikation nutzen lässt.“